Haftsachen

Nobis - Rechtsanwälte für Strafrecht

Die Kanzlei Nobis vertritt Sie in allen Haftsachen:

Bei Haftsachen unterscheidet man zwischen Untersuchungshaft (U-Haft) und Strafhaft. Bei der Untersuchungshaft liegt noch keine rechtskräftige Entscheidung vor. Das Verfahren befindet sich noch im Ermittlungsstadium, im Zwischenverfahren, im Hauptverfahren oder im Berufungs- oder Revisionsverfahren.

Strafhaft dagegen setzt ein rechtskräftiges Urteil mit nicht zur Bewährung ausgesetzter Freiheitsstrafe im Urteilsspruch voraus.

Gegen die U-Haft kann Haftprüfung und / oder Haftbeschwerde eingelegt werden. Sowohl die Haftprüfung als auch die Haftbeschwerde müssen gründlich vorbereitet werden. Immer wieder erleben wir in der Praxis Kollegen, die unmittelbar nach ihrer Mandatsbegründung in Haftsachen sofort Antrag auf Haftprüfung einlegen, ohne den Antrag zu begründen, sehr oft sogar ohne zuvor Akteneinsicht gehabt zu haben. Wir halten dieses Vorgehen einiger Kollegen in den meisten Fällen für reine Schauspielerei vor dem Mandanten, der in der raschen Vorgehensweise einen energischen Verteidiger sehen soll. Leider ist dieses Verhalten in den meisten Fällen aber nicht von Erfolg gekrönt – unseres Erachtens sogar häufig unverantwortlich. Selbstverständlich verlangt der inhaftierte Mandant nach rascher Hilfe. Hilfe hat der Mandant aber nur dann, wenn die Haftprüfung und / oder Haftbeschwerde auch Aussicht auf Erfolg hat. Erfolg setzt zumindest eine gründliche Vorbereitung voraus.

Der Verteidiger kann in U-Haft-Sachen eine Reihe von Rechten für den inhaftierten Mandanten durchsetzen. So hat der in U-Haft sitzende Mandant einen Anspruch auf eine Einzelzelle. Menschen sind unterschiedlich. Es gibt genügend Inhaftierte, die keine Einzelzelle wollen. Sie sind froh, nicht alleine in der Zelle zu sein. Es gibt aber auch eine Reihe von Menschen, für die eine Einzelzelle ein Segen ist. Obwohl es zu dem Anspruch auf eine Einzelzelle obergerichtliche Entscheidungen gibt, wissen viele nicht, dass hierauf in der U-Haft ein Anspruch besteht. Es liegt nicht im Ermessen der JVA, sondern es ist ein Recht, welches dem Inhaftierten zu gewähren ist, sofern er dies beantragt. Selbst das immer wieder hiergegen von der JVA vorgebrachte Argument der Überbelegung rechtfertigt nicht, den Inhaftierten nicht in eine Einzelzelle zu verlegen. Die Überbelegung ist ein Problem der JVA, nicht des Mandanten.

Für uns hört die Vertretung im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung einer Freiheitsstrafe nicht mit dem Abschluss des Verfahrens auf. Gerade der Mandant, der eine Freiheitsstrafe verbüßt, bedarf der Unterstützung seiner Anwältin / seines Anwaltes für Strafrecht. Zahlreiche Tätigkeiten – wie

  • Zuweisung von Arbeit für den Mandanten,
  • Teilnahme an den von der JVA angebotenen Freizeitgestaltungen (Sport, Malkurse, Schach usw.),
  • Wahrnehmung von Ausbildungsmöglichkeiten, schulische und berufliche Fortbildung

können von uns für den inhaftierten Mandanten bei der JVA beantragt und durchgesetzt werden. Soweit die Tätigkeiten außerhalb der JVA auszuüben sind, müssen die Gefangenen in jedem Fall den Status von Freigängern besitzen.

Die Gewährung von Lockerungen und Urlaub hat nach pflichtgemäßem Ermessen der Anstaltsleitung zu erfolgen.

Gefangenen kann, sofern weder Flucht noch Missbrauchsgefahr besteht, jährlich ein Regelurlaub von bis zu 21 Kalendertagen (§ 13 Abs. 1 StVollzG) oder ein Urlaub aus wichtigem Anlass (z. B. Tod eines nahen Angehörigen) gewährt werden.

Zudem ist immer wieder für die Angehörigen von in Strafhaft sitzenden Mandanten und auch für den Mandanten selber die Gewährung von Langzeitbesuchen sehr wichtig. Auch die anwaltliche Tätigkeit zur Gewährung von Hafturlaub gehört zu unseren Aufgaben in Haftsachen für den inhaftierten Mandanten.

Bei ausländischen Mandanten helfen wir bei der Überführung in den Heimatstaat.

Eine weitere sehr wichtige Aufgabe für uns in Haftsachen ist die anwaltliche Vertretung des Mandanten mit dem Ziel, dass nach Verbüßung von 2/3 der Freiheitsstrafe der Rest der Freiheitsstrafe auf Bewährung ausgesetzt wird. In bestimmten Fällen ist es sogar möglich, dass bereits nach der Hälfte der verbüßten Freiheitsstrafe der Rest zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

In Haftsachen zeigt der Staat seine Macht. Der Entzug der Freiheit ist nicht nur für den Inhaftierten, sondern auch für seine gesamte Familie extrem belastend. Wir können nicht versprechen, dass wir jedes Problem lösen können, aber wir können dabei helfen, die Rechte des Inhaftierten in der JVA zu wahren und seine Situation zu verbessern.

Haftsachen im Überblick

  • U-Haft
  • Revisionsverfahren
  • Berufungsverfahren
  • Haftprüfung
  • Haftbeschwerde
  • Verhaftung
  • Vollstreckung der Haft

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Die Büros in Madrid und Valencia sind für Mandanten über die Telefonnummern der Büros in Brüggen und Düsseldorf erreichbar.

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